Workshop: Skizzieren am Flip-Chart

Skizzieren am Flip-Chart – Basis Workshop

Anna Momber-Heers (egometric) hatte die Initiative ergriffen und Martina Lauterjung für einen Basis Workshop nach Hamburg-Alsterdorf eingeladen. Ein anderer Kollege hatte kurz vorher angekündigt, uns einen Bikablo©-Trainer zu organisieren: wer die Wahl hat, hat die Qual…

Von Bikablo-Absolventen hatte ich auf der letzten Konferenz gleich mehrere Präsentationen mit eingescannte Strichmännchen erleben dürfen und war schon bei der Zweiten dieser Art nicht mehr angetan: sahen sie doch alle gleich aus. Doch auf Martinas Homepage bekam ich den Eindruck, dass es ihr wichtig ist, ihre Teilnehmer dort abzuholen, wo sie stehen und – unter Einhaltung einiger Visualisierungsgrundregeln – direkt ihren eigenen Stil zu entwickeln. So fiel die Entscheidung doch nicht so schwer.

Dieser Eindruck bestätigte sich im Workshop und es machte obendrein höllisch Spaß!

Martina-Lauterjung-vor-Teilnehmerergebnissen
Martina in ihrem Element


Schönes Atelier in Alsterdorf und ganz viel Motivation

Den wunderschönen Atelierraum stellt uns ein weiterer Kollege zur Verfügung. Nach Fertigstellung seines Umbaus dieses alten Hauses werden wir sicher mehr davon hören.

Teilnehmer sind eine Gruppe von zehn Beratern, Coaches und Trainer. Keiner von uns will Künstler werden und fürchterlich viel Zeit für tägliche Übungseinheiten aufwenden. Stattdessen kommt es darauf an, leserlich und fokussiert, Informationen am Flip-Chart festzuhalten und symbolhaft, merkfähig zu visualisieren. Eher selten geht es darum, vorbereitete Botschaften zu präsentieren.

Flip-Chart-Training-TN
Teilnehmer in Aktion

Einzelne sind bereits sehr kreativ und geschickt beim Umsetzen der wenigen Vorgaben, andere können kaum ihren Namen schreiben.
Jeder Teilnehmer steht vor seinem Flip-Chart und es geht pünktlich los mit einer Stift- und Handlockerungsübung: Martina macht Ansagen, in welche Richtung der Stift zu führen ist, wir sollen nach Gehör mitzeichnen. So wird meine Flip-Chart-Legasthenie innerhalb der ersten zwei Minuten entlarvt … ich fühle mich wie eine Klassenletzte. Doch das renkt Martina genauso schnell wieder ein, wenn sie immer wieder von einem zum anderen geht, um persönlich zu betreuen.

Schon in der nächsten Übung geht es darum, sich mit dem Hervorheben von Flächen durch Wachskreideblöcke zu widmen. Nun kann ich meinen ursprünglich ungewollt freien Raum auf dem Blatt für meine Lieblingsmotive nutzen und darf darauf auch noch stolz sein. Neu motiviert geht es in die nächste Einheit. Jetzt wird Schreiben geübt: jeder soll seinen Namen so schreiben, wie es ihm oder ihr in den Sinn kommt. Das ist nun unsere Grundlage. Wieder gehen wir von Flip zu Flip, um uns Anregungen zu geben und zu holen und Martina gibt immer wieder einzelne Tipps, wie man die individuelle Schrift auch aus der Ferne lesbar macht. (Dazu gibt es auch einen Blogbeitrag von ihr.) So geht es Schlag auf Schlag weiter bis zum gemeinsamen Mittagessen in einem benachbarten Bistro. Die Zeit verfliegt nur so.

Figurenentwicklung am Nachmittag

Im zweiten Teils des Tagesworkshops geht es an die Figurenentwicklung (Martinas Tipps im Skizzier-Blog).

Strichmännchen
Start mit Beispiel-Strichmännchen

Martina gibt drei sehr einfache Strichmännchen vor, an denen man sich lockern kann und mit den Perspektiven und der Anatomie üben und spielen kann. Schon dabei geht es nie um die 100%-Kopie. Stattdessen werden nach wenigen Minuten wieder Runden mit Gruppenfeedback eingebaut, in denen kurz und knapp Rückmeldung zu den einzelnen Ergebnissen gegeben werden und Martina zur Weiterentwicklung eigener Figuren anregt. Das wirft immer wieder Überraschungen auf, macht Spaß, lockert auf und motiviert selbst den letzten vermeintlichen „Flip-Chart-Legastheniker“.

Das Finale

Die letzte Workshop-Stunde ist für das Entwickeln eines eigenen Flip-Chart Blattes reserviert. Zehn Minten haben wir, um auf A4-Bögen unsere Ideen zu skizzieren (wird auch für den Alltag empfohlen), um dann mit der Umsetzung zu starten. Das darf auch erstmal mit Bleistift vorgezeichnet werden. Schon in vorhergehenden Übungen sahen wir, dass man schon ab zwei Meter Abstand nichts mehr von dem Bleistift sieht. Man muß ihn also nicht einmal wegradieren.

Apropos Abstand: viele von uns mußten trotz aller Berufs- und Präsentationserfahrung lernen, immer mal einige Meter zurück zu treten, um unser Werk aus der Distanz zu betrachten. Und siehe da: was aus der Nähe noch ungelenk wirkte, kam in der Distanz als ausgesprochen attraktiv rüber. Wenn das keine Motivation ist, einfach mal loszulegen… !

Fazit: Jede Minute hat sich gelohnt. Absolut praxistauglich,

Strichmännchen-neu
Strichmännchen

weil Teilnehmer viel Raum für eigene Gestaltung haben. Einige von uns wollen gleich an Ort und Stelle eine Übungsgruppe gründen. Martina wird direkt für die Fortsetzung geplant, und alle gehen wir mit guten Kreativ-Vorsätzen heim… Jedem Projektleiter kann ich diesen Workshop wärmstens empfehlen. Schon am nächsten Tag schickt Martina uns ein ausführliches Handout und jeder Teilnehmer bekommt Fotos seiner Entwicklungsschritte.

Links zum Thema

Materialtipps: kariertes Flip-Chart-Papier, dessen blanke Rückseite man bemalt. Schmierfreier ‚Outliner‘-Stift mit Keilspitze (z.B. von Neuland), Wachsblöcke für Hervorhebungen (z.B. von Stockmar). Weitere Materialinspiration findet man im lokalen Einzelhandel oder bei Boesner.com .
Wikepedia zu Visualisierung: https://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Facilitation
Motivation: Wer nach drei Versuchen noch immer meint, völlig untalentiert zu sein und das sowieso nie hin zu bekommen, sollte sich diesen Podcast von Isabel Garcia anschauen: http://youtu.be/0TMvhoClCEI .

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2 Gedanken zu „Workshop: Skizzieren am Flip-Chart“

  1. Ich freue mich sehr über den Bericht!
    Eine kleine Korrektur gibt es: Es gibt ein allgemeines Handout mit Informationen rund um das Skizzieren und Materialien und es gibt ein 2. persönliches Handout.

    In diesem werden einzelne Punkte der Arbeit am Flipchart, anhand der Fotos aus dem eigenen Workshop an dem man teilgenommen, noch einmal betont und erklärt.

    ich freue mich schon auf einen Fortsetzungsworkshop. Ob wir uns dann auf die Verfeinerung der Arbeit am Flipchart oder auf das Symbole entwickeln konzentrieren, vereinbaren wir noch.
    Bis bald!

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