„Wie kann ich als Teamleiter mit Zynismus umgehen?“ – Veränderungskommunikation

Diese Frage wurde mir neulich gestellt. Doch auf diese Frage hatte und habe ich keine generelle Antwort. Hier nur eine erste Annäherung als Einstieg in eine Diskussion. Schreiben Sie uns auch gern praktische Beispiele aus Ihrem Firmenalltag über die Kommentarfunktion.

Einen guten Einstieg für die Frage, was Zynismus eigentlich von Ironie und Sarkasmus unterschiedet, bietet „doktorallwissend“ in einem youtube-Video: http://www.youtube.com/watch?v=9hdqF8Tv6Sw

Somit ist ein Zyniker jemand, der „die Werte und Ideale anderer verspottet“.

Bei Duden [http://www.duden.de/rechtschreibung/zynisch] heißt es: … „2.  eine gefühllose, mitleidlose, menschenverachtende Haltung zum Ausdruck bringend, die besonders in bestimmten Angelegenheiten, Situationen als konträr, paradox und als jemandes Gefühle verachtend und verletzend empfunden wird.“

Zynisch ist demnach jemand, der sich nach außen hin als „gefühllos“ zeigt und eine Haltung an den Tag legt, die die Gefühle anderer (und deren Wertesystem) ins Lächerliche zieht und verletzt. Das ist eine Form der Aggression. Diese Agression kann uns auch in weniger unsicheren Zeiten als einer Reorganisation ein Team ruinieren bzw. Projekt sabotieren. Wie also ‚entwaffnen‘ wir als Führungskraft oder auch Kollege diesen Zyniker oder zynische Äußerungen?

Umgang mit Zynismus in der Organisation und der Veränderung ist ein komplexes Thema, dem ich in diesem Blog-Beitrag nicht in voller Breite gerecht werden kann. Eine gute Voraussetzung jedoch ist Standfestigkeit gegenüber An- und Übergriffen jeglicher Art. Mir hilft es zudem, wenn ich mich daran erinnere, dass hinter Aggression, so auch hinter zynischen Äußerungen, auch oft eine Angst steht.

Speziell in Zeiten einer Reorganisation spüren Führungskräften in der ‚Sandwich-Position‘ des mittleren Managements selbst große Unsicherheit, während sie sich unter dem Erwartungsdruck fühlen, ihr Team arbeitsfähig zu halten.

Werden sie sich Ihrer eigenen Unsicherheit bewußt. Bennenen Sie für sich, was Ihnen Sorge bereitet. Entwickeln Sie für sich Perspektiven für das Durchstehen der unsicheren Zeit:

  • Wofür wollen Sie stehen?
  • Was wollen Sie erreichen?
  • Was wäre für Sie eine lohnenswerte Veränderung?

Das ist umso wichtiger, je weniger von der Geschäftsleitung wahrzunehmen ist.  Nehmen Sie sich dazu immer wieder die Zeit, in aller Stille in sich hinein zu horchen, insbesondere auch, wenn die Angriffe des gefürchteten Zynikers kommen. Damit stärken Sie Ihre eigene Standfestigkeit und gibt Ihnen die Kraft, offener mit Ihren Gefühlen umzugehen und das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter zu stärken.

Klären Sie nun mit Ihrem Team, wie man am besten mit destruktiven Äußerungen oder gar Haltungen im Team oder von Kollegen anderer Bereiche umgehen möchte.

Phasen größerer organisationaler Veränderungen bringen immer eine gewisse Unsicherheit für alle Beteiligten mit sich, Ängste, Frustration, gesteigerte Nervosität, verschleiernde Aggression. Diese Gefühle zeigen sich mit den unterschiedlichsten Gesichtern und man tut daran, sich näher mit verschiedenen Kommunikationswerkzeugen auseinander zu setzen. Eine gute Grundlage dafür liefert Marshall B. Rosenbergs Prozess der „gewaltfreien Kommunikation“ (non-violent communication / dt. wikipedia Artikel) . Auch hier geht es letztlich um Ihre Haltung zu dem, was Ihnen entgegen schlägt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Zynismus und Zynikern in Ihrer Organisation? Was empfehlen Sie anderen Team- und Abteilungsleitern bzgl. des Umgangs  damit? Was hat sich für Sie bewährt? Was steckt eigentlich hinter zynischen Äußerungen oder gar einer zynistischen Haltung?

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns über die Kommentarfunktion.

Viel Erfolg bei Ihrem Veränderungsvorhaben!

P.S. Rosenbergs Einstiegsbuch gibt es auch in Deutsch, z.B. bei  amazon.de .

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