Wie Sie wertschätzend loben.

Mit seiner „gewaltfreien Kommunikation“ (non-violent communication) macht Marshall B. Rosenberg uns darauf aufmerksam, wie manipulierend und destruktiv Lob sein kann, denn es vermittelt zu leicht eine Wertung über den anderen Menschen statt eine echte Wertschätzung seiner Leistung.

  1. Erzähl den Menschen nicht, was oder wer sie sind. („Du bist toll!“)
  2. Sag konkret, was sie getan haben. („Ich bin froh, dass Du gestern nachmittag das Telefon für mich übernommen hast!“)
  3. Erläutere, warum das Deine Arbeit erleichtert oder Dein Leben reicher gemacht hat. (…“So konnte ich xy Projekt ungestört abschließen.“)
  4. Sag ihnen, wie sich das für Dich anfühlt. („Ich bin sehr erleichtert darüber, weil ich mich nun wieder mit ganzer Kraft unseren heutigen Aufgaben zuwenden kann.“)

Das Problematische an Belohnung ist, dass sie mit Liebe und Zuneigung verwechselt wird und dann macht sie abhängig. Dann tun wir alles, um Belohnungen, Lob und Komplimente zu bekommen und das ist in meinen Augen noch gefährlicher als Bestrafung. Diese Abhängigkeit macht aus einem anderen Menschen eine nette Person. Nett und tot. Ich würde weder Belohnung noch Strafe als pädagogisches Mittel einsetzen, beide gehören zum gleichen System. Zu einem System, in dem Recht und Gerechtigkeit durch Vergeltung hergestellt wird. Es basiert auf der Vorstellung von „verdienen“, davon, dass jemand, der gut ist, es verdient hat, bestraft zu werden. Es ist dieses Denk- und Rechtssystem, zu dem Belohnung und Bestrafung gehören, und es ist dieses System, das mir Sorgen macht.
(M. Rosenberg zitiert nach http://www.gewaltfrei-gluecklich.de/menschenbild.phtml )

 


Ausführungen zum Menschenbild in der ‚Gewaltfreien Kommunikation‘ und ein Interview (pdf) findet sich unter http://www.gewaltfrei-gluecklich.de/menschenbild.phtml
Wer Menschen führt oder Kinder erzieht, wird wird auch in den Ausführungen der Erziehungswissenschaftlerin Carol Dweck zum Selbstbild und wie es entsteht, spannende Erkenntnisse finden. Deutsche Übersetzung erschien im Piper Verlag unter dem Titel „Selbstbild – Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt. (amazon)

Nachtrag vom 27. August 2013:

Michael Tomoff nennt in seinem Blogbeitrag Gründe, warum manche Menschen sich schwer tun, Lob anzunehmen: http://www.tomoff.de/warum-kann-ich-kein-lob-annehmen/

Related Posts:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.